Ravenna

Mai
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Titel: Trouvaillen spätantiker & frühbyzantinischer Kunst – Grossartige Kulturstudienreise zu UNESCO-Weltkulturerbestätten mit Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle

Reisedatum: 18.05. – 23.05.2020

Reisenummer: 0ITB0006

Reiseleitung: Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässel, Bütschwil, zusammen mit einer qualifizierten, deutsch sprechenden örtlichen Reiseführung

Geschätzte Damen und Herren, Liebe Freunde

Mit der Verlegung der weströmischen Reichshauptstadt von Mailand nach Ravenna durch Kaiser Honorius im Jahre 402 entstanden hier neue weltliche und kirchliche Bauten. Unter Theoderich (493-526), der vom oströmischen Kaiser Anastasios in allen Rechten eines Königs von Italien bestätigt wurde, erlebte die Apenninhalbinsel eine Zeit des Friedens und der Ordnung und Ravenna eine neue Blüteperiode. Als General Belisar im Jahre 540 Ravenna eroberte, verloren die Goten ihre Hauptstadt an den byzantinischen Kaiser Justinian I. (527-565). Zum letzten Mal gelang es diesem Basileus, das Römische Reich in den real äusserst möglichen Grenzen wiederherzustellen. Diese weltgeschichtliche Ausnahmeleistung widerspiegelt sich gerade auch in der Architektur und den Mosaiken Ravennas. Als Bollwerk Ostroms auf italienischem Boden hielt sich Ravenna in wechselvollen Kämpfen bis 751, ehe dieser byzantinische Statthaltersitz von den Langobarden erobert wurde.

In Ravenna erinnern, inspiriert vom Mausoleum der Galla Placidia, die Kirche Sant’Apollinare Nuovo, das Baptisterium der Arianer und das Grabmal des Gotenkönigs an die Herrschaft der Ostgoten unter Theoderich. Und die Byzantiner entwickelten mit San Vitale und Sant’Apollinare in Classe wohl die eindrücklichsten Sakralbauten ausser der Hagia Sophia in Konstantinopel.

Ravennas ruhmreiche Zeit lebt weiter in seinen Kirchen, Mosaiken und Sarkophagen. Für Karl den Grossen und seine Epigonen erinnerte Ravenna an eine grosse abendländisch-christliche Vergangen-heit. Um daran teilzuhaben, entführte Karl, der sich als Nachfolger der römischen Kaiser verstand, sogar Kunstwerke aus Ravenna zum Schmuck seiner Residenz nach Aachen. Unschätzbare Werke gingen so verloren und wirkten dennoch weiter, indem sie stil- und formbildend die abendländische Kunst nördlich der Alpen befruchteten. Was an Kunstwerken in Ravenna übrigblieb, ist nur ein Abglanz des Reichtums, der die Kirchen und Paläste der Stadt in der Spätantike erfüllte. Doch selbst dieser Abglanz lässt noch heute den Besucher die Trouvaille Ravenna als Hauptstadt der frühchristlichen Kaiser und Könige des werdenden Abendlandes und als Zentrum der Kunst zwischen West und Ost empfinden.

Kaiser Justinian I. beehrte die Stadt mit glanzvollen Mausoleen, Kirchen und Baptisterien. Aus ein-fachen Ziegelsteinen gebaut, lassen sie von aussen nicht erahnen, welche Fülle an Marmor, Mosaiken, Perlmutt und Stuck sich im Innern verbirgt. Gerade das Mosaik war dank seiner Kostbarkeit und leuchtenden Farbenpracht das geeignetste Mittel, um den christlichen Glauben im Kaiserreich darzustellen. Durch den abstrakten Goldhintergrund wird das idealisierte Bild in eine transzendente, vom Irdischen weit entrückte Welt gesetzt. Die Farbe wird so zum Licht, das alles einhüllt, verlöscht oder aufleuchtet. Wie sagt doch ein Vers im Vestibül der erzbischöflichen Kapelle: „Aut lux hic nata est, aut capta hic libera regnat“ (entweder ist das Licht hier geboren, oder es ist gefangen und regiert hier frei). Byzantinischer Einfluss aus Konstantinopel zeigt sich in Ravenna ausser in den Mosaiken und der Architektur auch in der Bau- und Grabplastik, den (Kämpfer-)Kapitellen, Chorschranken, Ambonen und in der Kleinkunst.

Ganz nach dem Motto „Antike und Byzanz in der Schweiz“ bewundern wir auf der Fahrt nach Ravenna in Riva San Vitale mit dem frühchristlichen Baptisterium den ältesten Sakralbau der Schweiz. Und auf der Rückkehr von der Adria lassen wir unseren Kulturschmaus ausklingen mit der Besichtigung der berühmten romanischen Kirche San Carlo in Negrentino im Blenio-Tal mit ihren byzantinisch beein-flussten Wandmalereien.

Durch historische, kunstgeschichtliche und landeskundliche Hintergrundvorträge Ihres Reiseleiters werden Sie mit den verschiedenen Kulturräumen von damals und heute vertraut gemacht. Die tech-nische Organisation besorgt der für Italienreisen bestens ausgewiesene Reiseveranstalter BlassTravel GmbH in Singen (D). Seine jahrzehntelangen erfolgreichen Geschäftserfahrungen gewähren ein reibungsloses Entdecken der Antike und des Mittelalters. Die Kulturreise mit integriertem Seminar ver-bindet Information und Vergnügen, sie richtet sich an Kopf und Herz.

 

Achtung: Voraussichtlich am Samstag, den 28. März 2020, findet von 10.00 bis 16.00 Uhr in Wil SG ein Vorbereitungsseminar für die angemeldeten Reiseteilnehmenden statt.

 

Fachliche Leitung

Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle hat Byzantinistik, Allgemeine Geschichte mit Schwerpunkt Osteuropa sowie Russistik studiert. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten setzt er sich mit der Spätantike und mit Byzanz ausser im östlichen Mittelmeerraum besonders auch in Italien auseinander. In seiner Dissertation befasste er sich mit der Handels- und Kolonialgeschichte von Venedig, Genua und Pisa im eurasischen Raum des Mittelalters. Als Titularprofessor für Byzantinistik an der Universität Zürich beschäftigt er sich in Forschung und Lehre mit dem griechisch-slavisch-kaukasischen Kulturkreis unter interdisziplinären und komparativen Fragestellungen. Im Rahmen der Erwachsenenbildung gibt er neben Vorlesungen und Vorträgen auch Kurse und Seminare zur Geschichte von Byzanz, Ost- und Südosteuropa, Vorderasien und des Mittelmeerraumes. Diese Gebiete bereist er seit Jahren regelmässig und berichtet auch darüber. Im Zentrum seiner zahlreichen Publikationen stehen Themen der Kriegs- und Friedensgeschichte, der Mentalitäts-, Technik-, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte, der Religions-, Kultur- und Kunstgeschichte, ebenso der Historischen Geographie. Er bietet auch interkulturelle Module für Interessierte an Osteuropa und Südosteuropa an (www.byzanz-straessle.ch).

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Anmeldungen und Auskünfte

Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle

Landstr. 3

9606 Bütschwil

Tel./Fax: (0041) – (0) 71-9835142

Email: p.m.straessle@bluewin.ch

www.byzanz-straessle.ch

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