Sizilien

April
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Titel: Byzantiner, Normannen & Staufer mit Seitenblicken zu den Griechen, Römern & Arabern Religiöse & weltliche Impressionen von Antike &  Mittelalter Grossartige Kulturstudien-Rundreise mit UNESCO-Weltkulturerbestätten 

Reisedatum: 01.04. – 08.04.2018

Reisenummer: 8ITF0015

Reiseleitung: Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Stässle 

Geschätzte Damen und Herren, Liebe Freunde

Sizilien verblüfft durch seine bezaubernden Landschaften und malerischen Städte wie Cefalù, aber auch durch seine vielen Kontraste: blühende Zitronenplantagen am Meer und kahle, sonnenverbrannte Berglandschaften, chaotische Metropolen und idyllische Barockstädtchen, schnell gebaute Badesiedlungen und einsame Strände. Die Schönheit Siziliens offenbart sich in der Zartheit der Bucht von Taormina genauso wie in der Herbheit des über 3300 m hohen Vulkans Etna. Die vom Thyrrenischen, Ionischen und Afrikanischen Meer umspülte Insel ist umgeben von kleinen bewohnten und unbewohnten Satelliten-Inseln wie den Liparischen, Pelagischen (Lampedusa u. a.) und Egadischen Inseln sowie der Vulkaninsel Pantelleria. Die steil aufsteigende, vom Etna beherrschte, dicht besiedelte Ostküste gilt dank der fruchtbaren Lava-Asche und eines ausgeklügelten Bewässerungssystems als der „Garten Siziliens“. An die zerrissenen Kalkberge und tiefen Schluchten im Südosten schliesst die hügelige, sanft abfallende, dünn besiedelte Südküste mit ihren weiten Stränden an. Auf die flachen bis leicht hügeligen Landschaften im Westen folgt die steile, wasserreiche Nordküste mit ihren üppigen Orangen- und Zitronenhainen, Gemüsegärten und Obstplantagen. Diese Küstenzone wird durch die knapp 2000 m hohen Gebirge von Madonie und Nebrodi abgeriegelt von der rauen, betriebsarmen Binnenzone mit ihren spärlich besiedelten Bergkuppen wie der von Enna, dem „Nabel Siziliens“. Zwischen den mehrheitlich kleinen Städten liegt unbewohntes Ackerland. Je nach Region erstrecken sich kilometerweit grossflächige Plantagen, Weizenfelder oder Weingärten. Nach wie vor ist die Landwirtschaft der bedeutendste Wirtschaftssektor Siziliens – heute verbunden mit Handel und Bankgeschäften. Und immer wieder ist es die gastfreundliche sizilianische Bevölkerung, die die krassen sozialen Gegensätze gerade in den Grossstädten überdeckt und die Mafia beinahe vergessen macht.

Sizilien begeistert durch seine facettenreiche Geschichte. Solange sich die Welt auf den Mittelmeerraum konzentrierte, diente die Insel als strategisch wichtige Operationsbasis politischer und wirtschaftlicher Mächte. Erst mit der Verschiebung der weltpolitischen Gewichte infolge der Entdeckung Amerikas geriet Sizilien in Vergessenheit. Die Insel liegt seit der Antike am Kreuzweg überregional bedeutender Herrschaften wie der der Griechen, Römer, Vandalen, Ostgoten, Byzantiner, Araber, Normannen, Staufer, Franzosen und Spanier. Dadurch entwickelte sie sich zu einem unvergleichlichen Schmelztiegel Europas – zu einer typischen „multi“-Insel: multikulturell, multireligiös und multiethnisch. Auch wenn die Eroberer viele Kunstschätze der Insel brachten, so wurde doch auch die Bevölkerung rücksichtslos ausgebeutet, geplündert, versklavt und getötet.

Während der Herrschaft der Byzantiner (6.-9. Jh.) wurde Siziliens Kirche dem Patriarchat Konstantinopels unterstellt und diente die Insel als lebenswichtiger Eckpfeiler der strategischen Verteidigung Ostroms an dessen Westfront. Unter arabischer Machtausübung (9.-11. Jh.) erlangte das Emirat Sizilien weitgehende Unabhängigkeit. Als dann die Normannen die Insel eroberten, begann Sizilien wieder eine bedeutende Rolle im zentralen Mittelmeer zu spielen (11./12. Jh.). Die Staufer (12./13. Jh.) und Süditalien mit Sizilien kristallisierten sich zu einem Punkt, dem sog. „Puer Apuliae“ Friedrich II. von Hohenstaufen, deutscher Kaiser, König von Sizilien, Enkel Barbarossas, genannt „Stupor Mundi“: das Staunen der Welt. Aufgewachsen im kosmopolitischen Palermo, wo Abendland und Morgenland sich begegneten, geprägt von der römischen und griechischen Antike, vertraut mit arabischer und jüdischer Gelehrsamkeit, beseelten Friedrich gleichermassen ein charismatischer Freigeist und ein unbändiger Machtwille.

Unteritalien und Sizilien waren Begegnungs- und Schnittzone zwischen Byzanz und Abendland. Italia Byzantina diente als Brücke zwischen dem griechischen Osten und dem lateinischen Westen Europas. Hier stiessen die beiden Kulturen und Machtbereiche unmittelbar und über einen langen Zeitraum aufeinander. Die Gefährdung des sizilianisch-unteritalienischen Raumes seit dem 8. Jh. durch die Araber hat immer wieder zu militärischen Zusammengehen zwischen Franken und Byzantinern beigetragen. Die normannische Eroberung beendete für immer Italia Byzantina mit Bari als dessen Zentrum und hinterliess dem Papsttum und dem deutschen Kaiser ein Erbe, das im 11. und 12. Jh. zu ständigen Auseinandersetzungen führte. Die griechische Kultur wurde im Kampf mit der lateinischen wohl aufgerieben, wirkte aber noch bis ins 14. Jh. weiter und erlangte mit dem Zentrum Otranto unter Friedrich II. eigenständige Bedeutung. Eine führende Rolle spielte die Region bei der Ueberlieferung antiker und byzantinischer Literatur und im Rahmen der byzantinischen Schriftgeschichte. In den Personen eines Ioannes Italos (11. Jh.) und eines Barlaam (14. Jh.) leistete Unteritalien einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung von Theologie und Philosophie in Byzanz, während der Calabrese Leonzio Pilato als Lehrer Boccaccios eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der italienischen Frührenaissance war und zum Aufschwung der griechischen Sprachstudien beitrug.

Der im 10. Jh. einsetzende Einfluss von Byzanz im Westen nahm im 11. Jh. zugunsten eines wachsenden Bewusstseins der Eigenständigkeit ab, ehe es im 12. Jh. kaum mehr ein gegenseitiges kulturelles Verständnis gab. Dagegen aber verdichteten sich im 12. Jh. die byzantinisch-westlichen Beziehungen auf staatlicher Ebene, als es um die Ansprüche Manuels I. und Friedrich Barbarossas ging. Abgesehen vom Normannenhof Rogers II. gab es nirgends im Westen eine vollständige Nachahmung byzantinischer Zeremonien. Die Imitation von Byzanz in Teilbereichen (v. a. Gewänder und Insignien) war dagegen an fast allen Fürstenhöfen Europas anzutreffen. Im philologischen Bereich wurde im 11. Jh. die Geschichte von Barlaam ins Lateinische übersetzt, um in dieser Fassung zu einem „Bestseller“ der mittelalterlichen abendländischen Literatur zu werden. Dagegen aber sind die gesamte klassisch-griechische und die profane byzantinische Literatur im Westen erst in der Renaissance bekannt geworden, als dort dank griechischer Lehrer erstmals die sprachlichen Voraussetzungen geschaffen wurden. Und byzantinische Kunst wurde im Westen bis ins 12. Jh. durch „Kunstexporte“ bekannt – in Form von Musterbüchern, Geschenken und dem „Brautschatz“ der Kaiserin Theophanu. Mehr noch aber beeinflusste Byzanz die westliche Buchmalerei.

Das „Museum Sizilien“ fasziniert durch unikale Sakral- und Profanwerke der Griechen und Römer, der Byzantiner und Araber, der Normannen und Staufer. Zu den Höhepunkten der Reise gehören Meisterwerke aus verschiedenen europäischen Kulturen: die sehr gut erhaltenen griechischen Tempel im berühmten Tal der Tempel bei Agrigento, in Selinunte und Segesta; die einzigartigen Bodenmosaiken in der römischen Villa del Casale bei Piazza Armerina; arabische und arabo-normannische Bauwerke als harmonische Synthesen christlicher und islamischer Kunst wie die Cappella Palatina im Normannenpalast in Palermo. Einzigartig sind die Architektur und byzantinische Mosaikkunst der normannisch-staufischen Epoche, hervorgegangen aus der Verschmelzung abendländischer und morgenländischer Kultur in den Domen von Palermo, Monreale, Cefalù und Messina, um nicht zu vergessen die strotzenden Festungsbauten Kaiser Friedrichs II. in Catania und Syrakus. In all diesen und noch vielen anderen Kulturzeugnissen erweist sich Sizilien als wahre Brücke zwischen Orient und Okzident.

Durch historische, kunstgeschichtliche und landeskundliche Hintergrundvorträge und Objekterklärungen Ihres Reiseleiters werden Sie mit den verschiedenen Kulturräumen von damals und heute vertraut gemacht. Die technische Organisation besorgt der für Italienreisen bestens ausgewiesene Reiseveranstalter BlassTravel GmbH in Singen (D). Seine jahrzehntelangen erfolgreichen Geschäftserfahrungen gewähren ein reibungsloses und gesichertes Entdecken der Antike und des Mittelalters. Die Kulturreise mit integriertem Seminar verbindet Information und Vergnügen, sie richtet sich an Kopf und Herz.

Ihr

Paul Meinrad Strässle (PMS)

 Fachliche Leitung

Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle hat Byzantinistik, Allgemeine und Osteuropäische Geschichte sowie Russistik studiert. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten setzt er sich mit der Antike und dem Mittelalter von Byzanz und dem Abendland, besonders in den Berührungszonen Italiens und Siziliens auseinander. Als Titularprofessor für Byzantinistik an der Universität Zürich beschäftigt er sich in Forschung und Lehre mit dem abendländisch-italienisch-byzantinischen und dem griechisch-slavisch-kaukasischen Kulturkreis unter interdisziplinären und komparativen Fragestellungen. Im Rahmen der Erwachsenenbildung gibt er neben Vorlesungen und Vorträgen auch Kurse und Seminare zur Geschichte von Italien, Byzanz, Ost- und Südosteuropa, Vorderasien und des Mittelmeerraumes. Diese Gebiete bereist er seit Jahren regelmässig und berichtet auch darüber. Im Zentrum seiner zahlreichen Publikationen stehen Themen der Kriegs- und Friedensgeschichte, der Mentalitäts-, Technik-, Schifffahrts- und Kommunikationsgeschichte, der Gesellschafts-, Wirtschafts- und Kolonialgeschichte, der Religions-, Kultur- und Kunstgeschichte, der Historischen Geographie, der Archäologie und Numismatik. Er bietet auch interkulturelle Module für Interessierte an Ost- und Südosteuropa an. (www.byzanz-straessle.ch)

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Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle

Landstr. 3

CH – 9606 Bütschwil

Tel./Fax: (0041) – (0) 71-9835142

p.m.straessle@bluewin.ch

www.byzanz-straessle.ch

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